Die Geschichte von Roßhaupten

 

Das Steinkreuz bei Roßhaupten

In der Gemeinde gibt es viele Flurdenkmäler. Das wohl interessanteste steht gut einen Kilometer östlich der Kirche von Roßhaupten. Es ist ein etwa vier Meter hohes Steinkreuz, das von Eisenbändern zusammengehalten wird. Auf beiden Seiten befinden sich verwitterte Wappen und folgende Buchstabenkombinationen: WSVR und AMVW. Dies ist die Abkürzung der beiden Stifter des Denkmals: Wolf Simon von Römerstal und Anna Maria von Welden, seiner Frau. Römerstal war zwischen 1629 und 1633 Pfleger des Bischofs von Augsburg in Füssen. Laut einer mündlichen Überlieferung wurde das Kreuz aus Dankbarkeit für die Geburt eines Kindes aufgestellt.
Von diesem Kreuz wird jedoch eine Sage erzählt, die im Zusammenhang mit dem Neubau der Pfarrkirche St. Andreas in Roßhaupten (1630) steht. Es wird berichtet, dass der Kirchenbau den Unmut des Teufels weckte. In seinem Zorn riss er vom Säuling einen großen Felsblock heraus und warf ihn auf die fast fertig gestellte Kirche. Doch weil sich der Teufel in dieser Nacht verspätet hatte, begann bei Sonnenaufgang die Glocke im schon fertiggestellten Kirchturm zu läuten, kurz ehe der riesige Felsklotz Roßhaupten erreicht hatte. Da verlor der Teufel seine Kraft und der Stein fiel zu Boden. Zur Erinnerung an diese Begebenheit wurde das Steinkreuz – so die Sage – aufgestellt. Den Sockel hierfür hat somit der Teufel selbst herbeigebracht.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass am Säuling Kalkstein vorherrscht, der Findling, auf dem heute das Kreuz steht, ist jedoch Nagelfluh. Die Geschichte verdeutlicht, dass zeitlich gesicherte Ereignisse, wie der Neubau der Kirche und das Aufstellen des Kreuzes im Jahre 1630, oft mit Sagen und Legenden in Verbindung gebracht wurden.

 
 
 


Das Steinkreuz – Wahrzeichen von Roßhaupten
 
 

Die Ortsgeschichte zum Download

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